Aufzuchtbericht 4 zu Zwergkrallenfröschen

Aufzuchtbericht 4 zu Zwergkrallenfröschen

von Thomas Rüngeling (Thomas)

Nachdem ich jahrelang vergeblich darauf gehofft hatte, Nachwuchs von meinen 5 erwachsenen ZKF zu bekommen, entschloss ich mich, sie zukünftig in einem Artbecken zu halten. Es wurde ein dicht bepflanztes 54 l. Aquarium, in dem sich außer den Fröschen nur noch 3 Amano-Garnelen befinden.
Schon nach 2 Tagen der Arthaltung stellte sich der Erfolg ein – die Frösche laichten über Nacht ab. Es waren rund 100 Eier, von denen ich 50 Stück abschöpfte und in eine kleine Kunststoff-Aufzuchtschale überführte. Den Rest der Eier ließ ich im Aquarium, um zu beobachten, ob ohne weitere Maßnahmen einzelne Quappen im Elternbecken durchkommen.

Laich
1. Tag
Von den etwa 100 Eiern überführte ich 50 Stück in eine kleine Kunststoffschale (12×8 cm, Wasserstand etwa 2,5 cm). Diese stellte ich auf die Aquarienabdeckung und erreichte somit eine Tagestemperatur von 25°C. Nachts sanken die Temperaturen auf 18-19°C ab.

2. Tag
Am zweiten Tag waren 36 Eier abgesunken und zum Teil verpilzt. Bei den restlichen 12 Eiern konnte ich längliche, beigefarbene Einschlüsse in der Gallertschicht beobachten, die von der Form etwas an Kümmelsaat erinnern – nur viel kleiner.

3. Tag
3. Tag
Die Kümmelkörnchen befinden sich teils an der Wasseroberflöche, teils liegen sie reglos am Boden. Sie reagieren auf leichte Erschütterungen der Aufzuchtschale mit einem kurzen Zucken – also leben sie noch.

5. Tag
Die kleinen Quappen bewegen sich vorsichtig an der Wasseroberfläche. Ab heute wechsele ich täglich etwa 70% des Wassers gegen Wasser aus dem Elternbecken und gebe ebenfalls täglich einen kleinen Büschel Javamoos in die Aufzuchtschale. Im Javamoos vermute ich Kleinstlebewesen, die als Erstfutter dienen sollen.

6. Tag
6. Tag – 8. Tag
Die Länge der Kaulquappen beträgt geschätzte 3-4 mm. Die Javamoosmethode scheint sich zu bewähren, da es zu keinen Ausfällen kommt.

9. Tag
Erstmals versuche ich, frischgeschlüpfte Artemia-Nauplien zu verfüttern. Bin nicht so sicher, ob sie es schon bewältigen – ist bei den Winzlingen wirklich schwer zu beurteilen.

10. Tag
Die Kaulquappen fressen Artemia-Nauplien. Gefüttert wird zweimal täglich.

11. Tag
11. Tag
Die Gesamtlänge der Quappen beträgt etwa 5 mm. Der Körper wird kräftiger.

17. Tag
18. Tag
Die Kaulquappen sind nun 9 mm lang.

23. Tag
Bei den größeren der 12 Quappen erkennt man erste Hinterbeinansätze in Form kleiner weißlicher Stummel.

24. Tag 26. Tag
28. Tag
Der erste Todesfall. Die verbleibenden 11 Quappen verteile ich auf 2 Aufzuchtschalen.
Die Größe beträgt nun etwa 17 mm bei einer Körperlänge von 5 mm.
Die Hinterbeine bilden sich deutlicher aus.

32. Tag
32. Tag
In den vergangenen Tagen kam es zu 3 weiteren Todesfällen. Der Bestand ist somit auf 8 Quappen gesunken.
Bei den ersten 4 Quappen sind kleine Arme zu erkennen.
Die GL der Quappen beträgt gut 20 mm bei einer Korpuslänge von 8 mm.

34. Tag
Das Futter wird lustlos angenommen. Die Quappen wirken zeitweise „nervös“ und paddeln wie von der Tarantel gestochen durch die Aufzuchtschalen. Wahrscheinlich werden ihnen die Behälter zu klein.
GL 22 mm , KL 9 mm

35. Tag 37. Tag
37. Tag
Bei den ersten Quappen scheint der Schwanz kürzer zu werden.

38. Tag
38. Tag
Bei 4 Quappen ist der Schwanz nur noch etwa 4 mm lang. Bei 2 Quappen kann ich die erste Häutung beobachten.
Verstecke in Form von einigen Anubiasblättern werden gern angenommen.

39. Tag
Ganz „fertig“ sind die Frösche noch nicht. Ein kleiner Stummelschwanz ist noch vorhanden.

41. Tag
41. Tag
5 der 8 Quappen sind jetzt kleine Frösche mit einer KRL von etwa 12 mm.

52. Tag
Kleine TK-Mückenlarven werden zögerlich angenommen. KRL 17-18 mm

59. Tag
TK-Mückenlarven jeder Größe werden bewältigt und gerne angenommen. KRL 20 mm

Nach etwa 14 Wochen konnten die ersten Jungfrösche beim Klammern beobachtet werden. Bei bisher 2 Tieren sind Postaxillardrüsen erkennbar.
Von den Eiern, die ich im Elternbecken beließ, ist übrigens kein Frosch großgeworden. Bis zum 6. Tag entdeckte ich zwar einzelne Quappen, die aber schließlich doch von den Elterntieren erbeutet wurden.

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