Wabenkröten

Paarungsverhalten bei Wabenkröten

Das Männchen packt das Weibchen vor den Hinterbeinen und lässt sie nicht mehr los. Das Weibchen scheint sich anfänglich zu sträuben und flüchtet mit ihm durch das ganze Becken. Dieses Umklammern genannt Amplexus kann viele Stunden anhalten ohne das etwas passiert. Vermutlich werden dadurch gewisse Mechanismen im Weibchen ausgelöst wie das Aufschwellen des Rückens ohne aber die Farbe oder Textur signifikant zu ändern. Bei meinen Tieren beginnt typischerweise der Amplexus am frühen Abend. Zum Ablaichen kommt es in den frühen Morgenstunden, meist zwischen 5.30 und 7.30 Uhr. Der eigentliche Ablaichvorgang beginnt mit einer Drehung des Pärchen um die Längsachse so dass die Bäuche zur Wasseroberfläche zeigen. Dann stösst das Weibchen einige Eier aus die bei korrekter Ausführung auf dem Bauch des Männchens landen. Nun tauchen beide kopfvoran nach unten (sozusagen ein halber Looping bis beide wieder in Normallage sind. Während diesem Vorgang besamt das Männchen die Eier und schiebt sie mit dem Bauch auf den Rücken des Weibchens. Dieser Ablauf wiederholt sich im Abstand von Minuten viele Male. Anzumerken ist, dass die Tiere oft ziemlich ungestüm durchs Becken rasen und dabei ziemlich üble Abschürfungen davontragen (obwohl nur Wurzelholz im Becken ist.) Also wäre ein reines, nacktes Paarungsbecken-Becken keine schlechte Idee.

 

Amplexus
Joachim Schoelkopf
Die Eier haben Grösse und Farbe von Senfkörnern und sind etwa 60 – 80 an der Zahl. Manchmal sind sie über den ganzen Tücken bis zu Hals verteilt, manchmal auch nur in der unteren Hälfte des Rückens.Die Eier sinken im Laufe von ca. 8 Stunden in den Rücken ein. Nach mehreren Tagen sind sie aber noch, genau von oben betrachtet, zu sehen durch eine jeweilige Öffnung kaum grösser als ein Nadelstich. Der ganze Rücken des Weibchens ist nun deutlich aufgeschwollen. Nach ca einer Woche scheint es rot durch die nadelstich-grossen Oeffnungen, später schwärzlich. Die ersten Verpaarungen von jungen Tieren scheinen mehr Probecharakter zuhaben. Es kann vorkommen dass die Eier (auch noch nach Wochen) von Weibchen resorbiert werden oder evt. die ausgeschiedenen Quappen direkt verspeist werden. Jedenfalls sind keine Kaulquappen im Becken zu finden. Dies scheint vor allem bei den erstem 1-2 Vermehrungen der Fall zu sein die vermutlich sozusagen als Probeläufe dienen . Auch wurde schon beobachtet wie vermutlich nicht befruchtete Eier nach einer Woche wieder ausgestossen wurden in einem Fall sogar in blasenförmigen, später blutigen Hautveränderungen.

Inhalt von Joachim Schoelkopf (joachim)