Fütterung

Zwergkrallenfrösche sind, wie alle adulten Froschlurche, durch und durch Carnivore (Fleischfresser). Leider sind sie in den Zooläden oft sehr dürr, weil sie entweder nur Trockenfutter bekommen oder die anderen Fische in den Verkaufsbecken die Mückenlarven verspeisen, bevor diese die Frösche überhaupt gerochen haben. Viele Aquarianer empfehlen, Fische mehrmals täglich mit kleinen Portionen zu füttern. Ob dies durchführbar ist, hängt in erster Linie von den Lebensgewohnheiten der Fischhalter ab. Ich selbst füttere vormittags die Fische mit Trockenfutter und gebe abends Frostfutter für die Frösche, wobei natürlich die Fische auch ganz ordentlich mit reinhauen.

Landet viel vom auftauenden Frostfutter in einem Innenfilter bevor es die Frösche fressen, empfiehlt es sich an einer guten Stelle einen Futterring zu verwenden, so dass das Futter zielstrebiger zu Boden sinkt. Hält man die Frösche in einem Artbecken ohne Filter sollte man das Frostfutter in einer Tasse auftauen, anschließend absieben und erst dann verfüttern, um die Verschmutzung des Wassers zu verringern. Dies ist auch sonst sinnvoll, wenn man grundsätzlich die Belastung mit Krankheitserregern und Schmutzpartikeln im Becken möglichst gering halten will. Ich selbst gebe Frostfutter immer unaufgetaut in meine Gesellschaftsbecken.

Zwergkrallenfrösche fressen vor allem:

Rote Mückenlarven, ausschließlich tiefgefroren, man darf hier allerdings keine zu großen Portionen und vor allem nicht ausschließlich füttern, da dadurch die Frösche aufblähen und anschließend sterben können – Stichwort: Ballonfrösche – die genaue Ursache dafür ist für mich noch unklar, es gibt einige verschiedene Theorien – mehr dazu im Kapitel ‚Häufige Fragen unter Krankheiten‘
Wasserflöhe und Hüpferlinge (Daphnia, Cyclops, Bosmiden, Moina), lebend und tiefgefroren
Artemia, lebend und tiefgefroren
Tubifex, lebend oder tiefgefroren, verunreinigen das Wasser ziemlich stark und stammen teilweise aus organisch stark belasteten Gewässern
Weiße Mückenlarven, vor allem tiefgefroren, aber auch lebend
Aufgelöste Welspellets und andere Futtertabletten
Schwarze Mückenlarven, tiefgefroren und lebend
Fruchtfliegen (Drosophila) und andere auf das Wasser gefallene Insekten, die in ihren Mund passen
Kleine, lebende Fische, z. B. frischgeborene Guppys oder Neons, BEUTELSCHIEß & BEUTELSCHIEß (1986)
zerstückelte Regenwürmer, welche bei wöchentlicher Fütterung der Ballonkrankheit vorbeugen
verschiedene Spezialrezepturen verschiedener Halter
ihren eigenen Laich und ihre Kaulquappen
Sie fressen eventuell:

Trockenfutter, nur Jungtiere
Mini-Wasserschnecken mit relativ weicher Schale
Sie fressen gar nicht oder nur wenn sie nichts anderes kennen bzw. bekommen:

Flocken- oder Trockenfutter
gefriergetrocknetes Futter
Man sollte ihnen sicherheitshalber folgendes Futter nicht geben:

Lebende Rote Mückenlarven – Zu viele Fälle an Ballonfröschen die zeitlich definitiv mit der Verfütterung von lebenden Roten Mückenlarven in Zusammenhang gebracht werden können, bringen mich dazu generell von der Verfütterung von lebenden Roten Mückenlarven abzuraten. Oft wird geäußert, dass deis nur auftritt, wenn die Qualität der Mückenlarven nicht in Ordnung ist. Dies muss ich aus eigener Erfahrung heraus verneinen.
Generell kann man natürlich auch noch Fleisch oder Fisch probieren, aber ich selbst tendiere grundsätzlich dazu mich am vermutlichen natürlichen Speiseplan der Frösche zu orientieren.

Zur Dosierung der Futterportionen kann ich Folgendes empfehlen:

für vier ausgewachsene Frösche täglich maximal einen halben Würfel Frostfutter
für halbwüchsige Frösche maximal das Doppelte
mindestens einen Fastentag in der Woche einhalten, damit sich der Verdauungstrakt komplett entleeren kann
Zur Vorbeugung der Ballonkrankheit empfiehlt es sich einmal wöchentlich Regenwürmer zu verfüttern oder das Futter mit einem Kalziumpräparat aufzubereiten – mehr dazu im Kapitel ‚Häufige Fragen unter Krankheiten‘.

Die, wie ich meine, beste deutschsprachige Website zum Thema Lebendfutter ist tuempeln.de.