Vergesellschaftung

In der Literatur findet man über die höchstmögliche Besatzdichte eines Aquariums mit Zwergkrallenfröschen keine Informationen. Für den Besatz mit Fischen gibt es folgende Angaben:

Aquarien sind stark besetzt bei 1 Liter Wasser je cm Fisch,
normal besetzt bei 2 Liter Wasser je cm Fisch und
schwach besetzt bei 5 Liter Wasser je cm Fisch.
Man muss hierbei beachten, dass algenfressende Fische bei dieser Berechnung nicht oder nur anteilig berücksichtigt werden. Außerdem kann man diese Regel nur als grobe Faustregel betrachten. In Bezug auf den benötigten Lebensraum, benötigen die Frösche meiner Meinung nach auch weniger, da sie nicht so aktiv sind wie Fische. In erster Linie geht es aber bei den Angaben wohl auch um die zulässige oder zu erwartende Verschmutzung des Wassers. Ich möchte aus meiner eigenen Erfahrung folgende Zahlen für den Maximalbesatz eines Zwergkrallenfroschartbeckens empfehlen, welche gelten, wenn man die unter 1. Beckeneinrichtung erwähnten Punkte erfüllt:

12l-Becken: halte ich persönlich für zu klein, ansonsten max. zwei Frösche
25l-Becken: vier Frösche
40l-Becken: sechs bis sieben Frösche
54l-Becken: acht bis zehn Frösche
100l-Becken: 14 bis 18 Frösche
Die Vergesellschaftung mit Fischen bringt jedoch einige Vorteile, wobei natürlich die oben angegebenen Besatzdichten für ZKF-Artbecken bezüglich der ZKF-Besatzdichte anteilig vermindert werden müssen. Kleine Panzerwelse (Corydoras) und viele andere kleinere, friedliche Fische erleichtern die Haltung der Frösche. Sie verspeisen zuverlässig Futterreste, so dass kein regelmäßiges Entfernen mehr notwendig ist. (Ein nicht ganz unwichtiger Vorteil ist, dass man beim Partner oder der Partnerin durch ein paar bunte Fische auch etwas mehr Verständnis für das Hobby oder die Haltung so optisch unattraktiver Frösche erhalten kann). Dass kleine Fische, z. B. frisch geborene Guppys, wie bei BEUTELSCHIEß & BEUTESCHIEß (1986) erwähnt, von Zwergkrallenfröschen verspeist werden, konnte ich bisher leider noch nicht beobachten. Jedoch wurde es mir schon von einigen Gleichgesinnten mündlich bestätigt. Ansonsten sind die Frösche Fischen gegenüber sehr friedlich. Algenfressende Fische, wie etwa Otocinclus affinis, halte ich für nicht notwendig. Wenn die Wasserhygiene passt, hat man keine Probleme mit Algen, es sei denn das Leitungswasser selbst ist zu sehr belastet. Otocinclus sollte man nicht nehmen, da sie bezüglich Schwankungen in den Wasserwerten sehr empfindlich sein können und um die Tiere, die fasst alle Wildfänge sind, is es dann etwas schade. Siamesische Rüsselbarben gehören nur in Becken ab 100cm.
Ein Nachteil dieser Haltungsweise ist, dass der natürliche Laichrhythmus gestört ist, da die Frösche bei der Anwesenheit von Fischen nicht laichen oder erst gar nicht in Stimmung kommen. Grundsätzlich sind folgende Dinge zur Auswahl der Fische bzw. beim eventuellen Dazusetzen von Zwergkrallis in eine bestehendes Fischbecken zu beachten:

Wassertemperatur: 24°C bis 30°C
keine starke Strömung
die Fische dürfen nicht ins Maul der Frösche passen, bei räuberischen Fischen gilt anders herum das Gleiche
keine agressiven (Raub-) Fische
Langfristig will ich meine Becken (natürlich neben den Zwergkrallis) nur noch mit afrikanischen Fischen besetzen (kleiner Afrika-Spleen meinerseits…).

Informationen zur Vergesellschaftung von Zwergkrallenfröschen mit anderen Tieren finden sich im Kapitel ‚Häufige Fragen‘. Unter den Haltungsberichten hier im Kapitel finden sich einige Berichte zu verschiedenen Vergesellschaftungen.